Wetterschutzhütte für Kinder






Radduscher „Waldhotel zum Kuckuck“ jetzt mit Wetterschutzhütte
Ein Merkmal zeichnet die Radduscher Kita „Marjana Domaškojc“ -neben der praktizierten Zweisprachigkeit- besonders aus: Mindestens einmal in der Woche, bei schönem Wetter auch mehrmals, nehmen die Kinder mit ihren Erzieherinnen den Weg zum Schwarzen Berg auf sich. Während die Erzieherinnen mit Rucksäcken und Bollerwagen unterwegs sind, nehmen die Kinder diesen Weg auf den Berg eher leichtfüßig auf sich. Es wird alles mitgeführt, was die Kinder brauchen, um sich in ihrem „Waldhotel“ wohlzufühlen. Vor starker Sonne schützen die zahlreichen Bäume, nur einen Schutz vor Starkregen gab es in den letzten Jahren nicht mehr. Der ehemalige Bauwagen war verfallen und durch Vandalismus nicht mehr zu gebrauchen. Der Förderverein der Kita beschloss vor fünf Jahren, dass ein Neubau her müsse – nicht ahnend, welche Mühen und Kosten vor ihnen liegen werden. Die im vergangenen Jahr erteilte 16-seitige Baugenehmigung, darunter 5 Seiten Rechtshinweise, ebnete dann letztlich den Weg.
Martin Fritsch, ein Göritzer Bauunternehmer und damals noch Kita-Vater, erklärte sich bereit, den Aufbau in Holzständerbauweise zu übernehmen. „Wir haben peinlichst genau auf die Einhaltung der Vorgaben geachtet, denn gesundheitlich unbedenkliche Farben und ökologische Materialien sind eine Selbstverständlichkeit für uns“, sagt Martin Fritsch. Er hatte zur Eröffnung auch noch vier Bäumchen mitgebracht, die vom Förderverein, dem Vetschauer Bürgermeister Chris Mielchen, vom Stadtverordnetenvorsteher Ulrich Lagemann und ihm selbst gepflanzt und von den Kindern umgehend angegossen wurden. Für Ulrich Lagemann war schon in seiner Zeit als Radduscher Ortsvorsteher das Waldprojekt eine Herzensangelegenheit. „Ich begleite das Vorhaben schon seit 17 Jahren, viele Kinder von damals sind heute junge Erwachsene und ich hoffe, dass die naturnahe Erziehung im Kindergarten sie auch zu umweltbewussten Menschen gemacht hat“, sagt Ulrich Lagemann.
Die größte Herausforderung bestand in der Akquirierung der Kosten in Höhe von 15 000 EUR. Dem Förderverein mit dem Führungstrio Alexander Buchan, Christopher Moll und Martin Petrick und seinen 56 Mitgliedern, war es nach vielem „Klinkenputzen“ gelungen das Geld aufzutreiben. Alexander Buchan, der Vorsitzende: „Wir sind dem Ministerium für Finanzen, der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, der Sparkasse Niederlausitz, der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald, unserem Baumeister und den vielen Spenderinnen und Spendern unendlich dankbar, denn als Verein hätten wir diese Summe nicht aufbringen können!“ Er nennt in diesem Zusammenhang die Vereinsmitglieder Claudia Künzel und Doreen Klinkmüller, die wesentlich an der Akquirierung beteiligt waren.
Gerade die naturnahe Ausrichtung der Radduscher Einrichtung macht sie bei den Eltern beliebt, denn längst besuchen auch Kinder aus den umliegenden Orten und Vetschau diese Kita. Candy Petrick: „Unser Liam ist hier bestens aufgehoben, er geht sehr gern in die Kita und hat schon an sich so etwas wie einen ‚grünen Daumen‘ entdeckt. Auch Heike Rusch-Heine sieht das so: „Naturverbundenheit zu vermitteln, ist für uns als Eltern die wichtigste Lebensgrundlage. Neben dem Waldprojekt wird ja auch noch die Vermittlung der niedersorbischen Sprache gepflegt. Unsere Zoey ist hier bestens aufgehoben, obwohl unsere Tochter körperliche Beeinträchtigungen hat. Die Erzieherinnen leisten eine tolle Arbeit – und ich freue mich schon, wenn unser nächstes Kind in ein paar Jahren diesen schönen Ort besuchen darf!“ Dabei verweist die Hochschwangere auf ihr Bäuchlein.
Peter Becker, 25.09.26
Spenden (in Euro)
Sparkasse NL 2000
Stadt Vetschau 417
Bürgerstiftung 1000
Ministerium für Finanzen Lokale Agenda 5000
Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt 2500