„Sommerfrischler, wähle Alt Zauche!“
Alt Zaucher Chronik erscheint im März 2026
Auf 300 Seiten, mit über 450 alten und neuen Fotos, wird der Spreewaldort Alt Zauche in seiner Entstehung und in seiner Geschichte vorgestellt. Das Autorenteam Heinrich Kaak, Thomas Mietk (zugl. Herausgeber), Alfred Roggan, Ute Henschel und Peter Becker haben dieses umfassende Werk mit großartiger Unterstützung des Alt Zaucher Traditionsvereins e.V. in fast zweijähriger Recherchearbeit erstellt.
Die Buchpremiere ist für den 27.03. in Alt Zauche, Landhaus Brodack geplant (wird noch präzisiert …) Die Chronik erscheint im Bebra-Verlag Berlin. Dieser hatte bereits die Radensdorfer Chronik und „Mehr als eine Tracht“ editiert.
Diese zehn Alt Zaucherinnen und Alt Zaucher aller Altersgruppen kommen in der Chronik zu Wort, sie erzählen aus Kindheit und Jugend und berichten über den dörflichen Zusammenhalt in schweren Zeiten, von gegenseitiger Unterstützung und von der Pflege der Traditionen:










Was den Leser erwartet – ein erster Blick in die Chronik:
Der Spreewaldort Alt Zauche verfügt, wie alle Dörfer, über eine Geschichte gelebten Lebens, mit Höhen und Tiefen, mit Glücks- und Unglücksfällen, mit menschlichem Leid und mit stollz erfülltem Leben. Erst beim zweiten Blick werden die Besonderheiten deutlich, die Alt Zauche ausmachen: Ein einst landwirtschaftlich geprägter Ort entwickelte sich vor über einhundert Jahren zum florierenden Tourismusort. Im August 1928 wurde im Lübbener Kreisblatt Alt Zauche dafür gelobt, dass es verstand, „wie kein anderer Ort des Spreewaldes, seine Kurgäste zu unterhalten“.
Es waren und sind stets die Menschen, die ihren Wohnort zu dem machten, was er heute ist. Die Alt Zaucher, hier besonders der sehr aktive Traditionsverein, fanden es an der Zeit, die zahlreichen Geschichten, die Ereignisse und manchmal nur noch fragmentarisch vorhandenen Fakten zur Dorfgeschichte, endlich mal zu bündeln und zu publizieren. Mit ihrem Anliegen fanden sie in Thomas Mietk vom Kreisarchiv Luckau offene Ohren, er konnte manch Vergessenes aus den alten Aktenordnern hervorholen. Eine sehr umfassende Dorfchronik entstand nach fast zweijähriger Recherchearbeit, ergänzt durch Archivfunde, teilweise auch aus den in Familien und Vereinen vorhandenem Material – und aus Gesprächen mit Einwohnern. Besonders die Älteren konnten sich noch an eine Zeit erinnern, die fast in Vergessenheit geraten wäre: Klara Puschisch erinnerte sich einst an ihre Kinderarbeit im Backofen: „Nur wir zarten Kinder passten durch die schmale Tür!“ An das Elend der Flüchtlingstrecks im Winter 1945 erinnert sich Waltraud Hempel: „Ich werde nie vergessen, dass die Pferde Eiszapfen an den Nüstern und Augen hatten – so etwas möchte man nicht noch einmal sehen oder gar erleben!“, erinnert sich die damals Neunjährige. Das Kriegsende erlebten die Alt Zaucher zumeist im „Pusch“, um sich von der Front überrollen zu lassen. Was sie nach ihrer Rückkehr auf ihren Höfen vorfanden, hat sich bis heute ins Gedächtnis eingebrannt. „Die Russen und danach die LPG waren schlimm“, erinnert sich beispielsweise Charlotte Kilka.
Dörfliche Feste bestimmten den Jahresrhythmus, manch Alt Zaucher „Eigenart“ wurde zutage gefördert und in Erinnerung zurückgerufen. Hempels betrunkene Kühe sind beispielsweise nur eines von vielen Ereignissen, die im kollektiven Dorfgedächtnis immer noch präsent sind.
Das Trachtentragen gehörte ganz selbstverständlich zum Dorfleben: Ethnologin Ute Henschel hat dazu geforscht und ein entsprechendes Kapitel der Chronik beigesteuert. Alfred Roggan, ein Spezialist der Spreewälder Baugeschichte, hat sich der Dorfentwicklung gewidmet und manches Alt Zaucher Detail hervorgeholt. Der bereits erwähnte Archivar und Herausgeber Thomas Mietk hat sich in einem umfassenden Teil der jüngeren Geschichte zugewandt und längst Vergessenes wieder an das Tageslicht geholt. Den Alt Zaucher Kindern wurde 1895 von Regierungsseite attestiert: „Die Lesefähigkeit, die Grammatik, die Orthografie, das Rechnen, die Geschichte und die Geografie sind ganz ungenügend, nur im Gesang waren die Leistungen der Alt Zaucher Schüler erträglich“.
Viele Details machen die Chronik lesenswert, viele Familiennamen haben über die Jahrhunderte bis in die Gegenwart bestand. Manch geschichtlicher Fakt wird beim Lesen der Chronik Erinnerungen auslösen und so manches näher beleuchten oder gar ergänzen.
Peter Becker, 03.01.26