Kunst als Hoffnungsträger – Finissage in Groß Jehser

Kunst als Hoffnungsträger – Finissage in Groß Jehser

„Im heutigen Leben gehört die Welt allein den Dummen!“ (Fernando Pessoa)

Eine mehrmonatige Ausstellung der in Calau und Leipzig lebenden Künstlerin Katrin Meißner ging mit einem Besucherrekord zu Ende: Über 100 Besucher fanden den Weg ins Groß Jehser Schloss, begrüßt vom Inhaberpaar Siegfried Kühn und Irma Kühn-Grefte. Katrin Meißner hatte dort ihre Werke „Sequenzen“ auf einer Schlossetage ausgestellt. Es war keinesfalls eine obligatorische Abschlussveranstaltung, sondern ein Kunstereignis der ganz besonderen Art, mit ganz besonderen Künstlern. Siegfried Kühn hatte seine Kontakte in der Kunstszene genutzt und Kollegen für das Event engagieren können, welches er in Szene setzte: Der bekannte Schauspieler Christian Steyer schlüpfte in die Rolle des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa (18888 – 1935) und lässt ihn bei der Betrachtung der meißner’schen Werke über Kunst philosophieren: „Kunst ist das Angenehmste, um das Leben zu ignorieren oder gar zu ertragen, ein Leben, das von Dummen bestimmt wird.“ Steyer wurde von der zehnjährigen Lotta Reischel begleitet. Das Kind aus der Schlossnachbarschaft „schwebte“ als Hoffnung verbreitender Engel an seiner Seite, am Saxofon begleitet von Mia Reischel (13).

Düsternis und Hoffnung stehen Seite an Seite – so wie die zumeist in dunklen Tönen gehaltenen Werke von Katrin Meißner, oft gemalt aus Kohle, Asche und Wasser, Neues aus Altem darstellend. Katrin Meißner am Ende des Tages: „Ich erlebte eine große Wertschätzung. Viele Besucher waren schon bei der Eröffnung dabei, sie haben ihre Eindrücke vertieft und kamen aus vielen Teilen der Republik. Wenn ich mit meiner Kunst zum Nachdenken anregen konnte, erfüllt mich das mit großer Zufriedenheit.“

Zu einem weiteren Höhepunkt gestaltete sich ein Klavierkonzert von Ronny Kaufhold am Ende des Tages im Salon des Schlosses bei flackerndem Kaminfeuer. Der Pianist krönte den Nachmittag mit einem Kunstgenuss der besonderen Art. Er spielte am Blüthner-Flügel meisterhaft und ohne Noten Werke von Bach, Chopin und zum Abschluss Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ – passend zum Abschluss der ersten Kunstausstellung in Schloss Groß Jehser. (mehr zur neueren Geschichte des Schlosses)

Besucherin Elke Zwicker aus Göritz: „Es war eine wunderschöne Ausstellung der Künstlerin Katrin Meissner. Ich war sehr beeindruckt von der Vielfalt und der Tiefe ihrer Werke. Eine große Kunst, in den wunderbaren, dem Ursprung belassenen Räumen  des Herrenhauses. Beeindruckend fand ich die Fähigkeit der Künstlerin, durch die unterschiedlichen Techniken und Materialien eine so große Bandbreite an Emotionen und Ideen zu transportieren.  Auch das anschließende Konzert war ein wunderbares Erlebnis. Es war faszinierend zu sehen und zu hören, mit welcher Mühelosigkeit und Präzision gespielt wurde. Beeindruckt hat mich auch die Art und Weise, wie er die Emotionen des Stückes “ Bilder einer Ausstellung “ von Modest Mussorgski, vermittelt hat. Es war außergewöhnlich.“

Irma Kühn-Grefte dankte allen Künstlern und den vielen Gästen, sie kündigte an, dass weitere Ausstellungen dieser Art geplant sind. „Wir haben in unserer Region eine Vielzahl von ausgezeichneten Künstlern, die auf die Bühne gehören, die wir ihnen auch gern bereiten wollen. Die Niederlausitz ist bei allem Wandel auch ein immer größer werdender Ort der Künste – wir möchten den Beweis sehr gern antreten: Groß Jehser wird zum Kunstbegriff werden!“

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Peter Becker, 31.12.25