Das etwas andere Zampern in Lehde
Am 14. Februar 2026 machten sich die Lehd’schen auf zum Zampern ins Dorf, wie jedes Jahr um diese Zeit. Dieser Brauch des Winteraustreibens mit ordentlich Lärm und „schrecklichen“ Gestalten findet derzeit in fast allen Niederlausitzer Dörfern statt. Während anderswo meist nur die Straßenseiten gewechselt werden, geht es in Lehde sportlicher zu: Um möglichst viele im Spreewalddorf aufsuchen zu können, um dort Zampergaben zu erheischen oder bewirtet zu werden, müssen Brücken mehrmals überquert werden, manche Wege müssen mehrfach gegangen werden. Einige Höfe können nur übers Fließ erreicht werden. Manche Fließe waren allerdings schon eisfrei, sodass die ganze Gesellschaft, über 50 Personen, mit einem Lastenkahn einen Teil der Zamperstrecke bewältigen konnte. Auf Kaupen 6, einer beliebten Gaststätte und dem Ziel der etwas anderen Kahnfahrgesellschaft, wurden die Zamperer ebenso verwöhnt, wie schon vorher an den anderen aufgesuchten Orten: Es gab die übliche Bewirtung – und hier ein prasselndes Feuer, was sehr viel Zuspruch fand, besonders bei den Musikern, dem Feuerwehr-Spielmannszug Lehde, die sich endlich die Finger wärmen konnten.








Anita Storch hatte die organisatorischen Fäden in der Hand und verwaltete auch die Zamperkasse: „Wir gestalten am 28. Februar im Cafe Venedig eine Männerfastnacht, da können wir jede Unterstützung gebrauchen.“
Mit unter den Zamperern zwei Niedersachsen, Mario Rippka und Heiko Schramm. „Wir zählen uns so langsam zu den Lehd’schen, weil wir seit über 20 Jahren unsere Urlaube und viele Wochenenden in Gerlachs Ferienwohnung verbringen. Wir möchten uns so oft es geht, ins Dorfleben einbringen“, erzählt Mario Rippka.
Zu den ältesten Zamperern, eigentlich der älteste, zählt Dr. med. Siegfried Stadelmayer. Der beliebte und anerkannte Arzt ist Lehder Einwohner seit Jahrzehnten und praktiziert, nun im 86. Lebensjahr, immer noch in Lübbenau. „Ich bin seit Mitte der 90er fast immer dabei, und wer in Lehde wohnt, muss sich auch ins Dorfleben einbringen, egal ob in der Feuerwehr oder halt nur mal beim Zampern. Idealerweise sollte er sich gleich an mehreren Stellen einbringen, das fördert den Zusammenhalt“, sagt er zu seiner Motivation.

Peter Becker, 17.02.26