Spreewälder Gurkentag am Höllberghof
Gurkentag 2026 – komplett verregnet, aber schön
Pünktlicher kann Wetter nicht bestellt werden: Mit der offiziellen Eröffnung auf dem Langendpassauer Höllberghof setzte der Regen ein, der bis zum späten Nachmittag anhielt. Für Veranstalter, Standbetreiber und Besucher sicher eine Enttäuschung, eine Enttäuschung, die aber im Laufe des Tages einem gewissen Trotz wich. „Nun sind wir hier, nun wird gefeiert -egal welches Wetter ist!“, schien sich als Grundstimmung breitzumachen. Einen wesentlichen Anteil daran hatte eine Schweizer Besuchergruppe in Gurkenkostümen – und die Oberlausitzer Band „Popsorben“. Schweizer Studenten, teilweise in Berlin studierend, hatten sich in den vergangenen Jahren den Spreewald erschlossen und dabei in die Gurkenkreationen verliebt. „Für uns war klar, dass wir den Gurkentag besuchen müssen, einige von uns sind extra heute Morgen aus der Schweiz angereist. Mit unseren Kostümen wollen wir ein wenig Werbung für diese Köstlichkeit des Spreewalds machen“ – so lautete es aus deren Reihen. Als die Popsorben zum Tanz mit „Weine nicht, wenn der Regen kommt“ aufspielten, waren es die Schweizer, die die Besucher aus ihren schützenden Pavillons holten. Mit einer langen Polonaise ging es im Regen über die schlammig-nasse Wiese – niemanden schien das Wetter noch zu beeindrucken.
Neben allem Spaß und aller Unterhaltung verfolgte der Veranstalter, der Spreewaldverein e. V., das Ziel, regionale Erzeuger zusammenzubringen und Besuchern zu zeigen, was die Region aufzuweisen hat. Ausrichter war der Förderverein Niederlausitzer Landrücken e. V.
Wenn auch die Gurke als Namensgeber diente, waren es doch auch wesentlich mehr Erzeugnisse und deren Verarbeitungsprodukte, die dem Tag den Rahmen gaben. Am Stand von Fleischermeister und Imker Andi Neumann wurde dies beispielhaft beim Rundgang der geladenen Gäste demonstriert: Es gab Walnussbratwurst, Rote Beete-Wurst, Spinat-Bratwurst – alles aus regionalen Zutaten. Seine gegrillte Zucchini reichte er mit „scharfer Biene“.
Das Thema Lebensmittel und deren sorgsame und sparsame Verwendung stand beim gemeinnützigen Verein Foodsharing im Mittelpunkt: Es wird noch entschieden zu viel weggeworfen, was anderen helfen könnte, es geht um kluge Verteilung vor Ort, mit dem Ziel letztlich weniger produzieren zu müssen – so die Standbetreiber (s. foodsharing.de).
Auf der Bühne wechselten sich die Programmbeiträge ab, von den Höllbergmusikanten, dem Deutsch-Sorbischen-Nationalensemble, den Flämingfreunden, den bereits erwähnten Popsorben bis zu den Bluesbeards reichte die Palette der Darbietungen. Marlene Ullrich vom ausrichtenden Förderverein überraschte dabei als Sängerin der Höllbergmusikanten. Sie hatte beim letzten Gurkentag in Dürrenhofe den Staffelstab in Form einer Kahnschippe von der Geschäftsführerin des Spreewaldvereins, Melanie Kossatz, übernommen. Marlene Ullrich am Ende des Tages: „Wir haben uns mit einem großen Team ins Zeug gelegt, um einen würdigen Tag zu gestalten. Ein wenig traurig stimmt uns das Wetter dann doch, das haben wir uns und unsere Besucher nicht verdient. Wir hatten mit großer Hitze gerechnet und gerade noch den Feuerlöschteich fertiggestellt; er sollte wenigstens optisch von den zu erwartenden Temperaturen ablenken – dies spielte heute gar keine Rolle!“
Zuvor hatte Marlene Ullrich den Staffelstab an den Lübbener Bürgermeister Jens Richter übergeben. „Wir werden uns mächtig ins Zeug legen, um 2027 diese inzwischen zur Tradition gewordene Großveranstaltung in unserer Stadt ebenso durchzuführen, wie wir es heute hier auf dem Höllberghof erlebt haben.“
Doch noch in diesem Jahr wartet eine thematisch ähnliche Großveranstaltung auf zahlreiche Besucher: Das OSL-Kreiserntefest wird vom 19. – bis 20. September im Vetschauer Ortsteil Ogrosen stattfinden.
Hier ein paar Einblicke in einen völlig verregneten Tag, der dennoch bei den Besuchern und Veranstaltern als sehr positiv empfunden wurde – weil dem Regen mit viel Humor und Spaß ordentlich getrotzt wurde.










Peter Becker, 02.08.26
